Neue Studie zum Geruchssinn von Pferden

Maria Vilain Rørvang hat eine neue Studie publiziert, dies ist eine Zusammenfassung und deutsche Übersetzung der englisch sprachigen Studie. Hier könnt ihr das Original lesen.

Studie: Horse odor exploration behavior is influenced by pregnany and age; Maria V. Rørvang, K. Nicova, J. Yngvesson; 2022, Front. Behav. Neurosci.

Viele Studien rund um den Geruchssinn von Pferden existieren leider nicht. Umso mehr freute es mich, als ich die Studie von Maria Rørvang im Postfach fand.

„Gerüche sind ein ständiger Bestandteil der Umwelt eines Tieres und spielen eine Schlüsselrolle bei der Ausprägung von Verhalten, sowohl als Stimulus als auch als Modulator von Verhalten, das durch einen anderen Stimulus ausgelöst wird.“ zitiert aus der Studie

Was der Geruchssinn für Auswirkungen im Umgang mit den Pferden hat, ist kaum berücksichtigt. Obwohl der Geruchssinn auch bei den domestizierten Pferden eine wichtige Stellung einnimmt. Zum Beispiel im Sozialverhalten, bei der Futtersuche, oder der Fortpflanzung um nur einige zu nennen.

In der Studie wurde mit 35 Isländer Pferden gearbeitet. Diese waren zwischen 6 Monaten bis 25 Jahren alt.

Und das Tolle dabei: es wurden 4 ätherischen Ölen verwendet!

Nämlich Pfefferminze (Citrus sinensis), Orange (Citrus sinensis), Lavender (Lavandula angustifolia) und Zederholz (Cedrus). Leider gab es keine weiteren Angaben zu den Inhaltstoffen, aber immerhin haben sie die meisten lateinischen Namen angefügt.

Es wurde dabei angeschaut, wie lange das Pferd den jeweiligen Duft roch und was für ein Verhalten es dann zeigte. Zum Beispiel: Lecken, Beissen, Schnauben oder dass das Pferd rückwärts ging. Aufgezeichnet wurde zudem das Alter, das Geschlecht und ob das trächtige Pferd war.

Pfefferminzöl war der Renner

Die meisten Pferde verweilten am meisten beim Pfefferminzöl.

Was hinsichtlich der Tatsache, das Pfefferminzöl unter anderem gut bei Verdauungsbeschwerden ist, nicht weiter erstaunlich. Viele der Tiere mögen diesen Geruch und ist sicher eines, welcher in die Hausapotheke für den Dufttest gehört.

Weitere Spannende Auszüge:

  • Die trächtigen Stuten rochen weniger als die nicht-trächtigen Studien. (Ich frage mich: Ist dies wegen der Duft-Auswahl?)
  • Jüngere Pferde (Zwischen 0 – 5 Jahren) rochen länger an Zedernholz als ältere Pferde
  • Das Geschlecht spielte keine Rolle

Die Autoren schloss..

„Die Ergebnisse zeigen, dass das Verhalten von Pferden bei der Geruchsexploration und ihr Interesse an Gerüchen mit dem Alter und der Trächtigkeit variiert und dass Pferde, die den Geschmack eines Substrats nicht kennen, in der Lage sein können, Geruch und Geschmack miteinander zu verbinden, was bisher noch nicht beschrieben wurde. Diese Ergebnisse können zum Verständnis der Verhaltensreaktionen von Pferden auf Gerüche beitragen, und in Zukunft könnte es möglich sein, diese mit der Physiologie und Gesundheit von Pferden in Verbindung zu bringen.“ Zitiert aus der Studie

Eine sehr spannende und lesenswerte Abendlektüre 🙂

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